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Heizungstausch

Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Kosten, Förderung und Ablauf

Rund 28.000 bis 42.000 Euro brutto, nach Förderung oft 12.000 bis 25.000 Euro: Der Wechsel von Gas auf Wärmepumpe ist planbar, wenn Reihenfolge und technische Voraussetzungen stimmen. Dieser Leitfaden zeigt Ablauf, Kostenpositionen und Alternativen ohne Verkaufsprosa.

Aktualisiert: Juli 2026Lesezeit: 11 minAutor: GrünesUpgrade Redaktion
Investition brutto
28.000 – 42.000 €
Nach Förderung
12.000 – 25.000 €
Projektdauer
3 – 5 Monate

Wann sich der Wechsel besonders lohnt

  • Gasheizung ist älter als 15 Jahre und muss ohnehin bald ersetzt werden.
  • Sie planen den Verbleib im Haus über die nächsten 10+ Jahre.
  • Klimageschwindigkeitsbonus möglich (Selbstnutzer, Gasheizung ≥ 20 Jahre).
  • Kommune plant Gasnetz-Rückbau oder Fernwärme-Umbau.
  • Dach ist für PV geeignet, Kopplung reduziert Stromkosten deutlich.

Technische Prüfung vor dem Austausch

  1. Heizlastberechnung (DIN EN 12831) statt Faustformel.
  2. Vorlauftemperatur-Test an der Bestandsheizung bei niedriger Außentemperatur.
  3. Heizkörper-Bestandsaufnahme: welche reichen, welche müssen getauscht werden.
  4. Prüfung Zählerschrank auf Ertüchtigungsbedarf.
  5. Aufstellort mit Schallabstand zum Nachbarn.
  6. Grundstückscheck bei Sole/Wasser-Optionen.

Typischer Projektablauf

Woche 1–2
Angebote einholen, Vor-Ort-Termin, Heizlastberechnung
Woche 3
Vertrag mit aufschiebender Bedingung, BzA erstellen
Woche 3–4
KfW-Antrag stellen
Woche 5–7
Förderzusage abwarten, Materialbestellung
Woche 8–14
Einbau (3–7 Werktage), Inbetriebnahme, Einweisung
Woche 14+
BnD einreichen, Zuschussauszahlung, ggf. Gasanschluss stilllegen

Alle Kostenpositionen

PositionTypisch
Wärmepumpengerät (Luft-Wasser, 8–12 kW)10.000 – 16.000 €
Installation und Montage3.500 – 6.500 €
Planung, Heizlast, hydraulischer Abgleich Verfahren B800 – 2.000 €
Warmwasserspeicher und Pufferspeicher1.500 – 3.500 €
Heizkörper-Anpassung (0 – 5 Räume)0 – 5.000 €
Elektroanschluss, Zählerschrank, Wärmestromzähler1.200 – 3.500 €
Demontage Gasheizung, Entsorgung800 – 1.800 €
Stilllegung Gasanschluss (optional)300 – 800 €
Außerbetriebnahme Schornstein50 – 150 €
Inbetriebnahme, Einweisung, Protokoll400 – 900 €

Fördermöglichkeiten

Grundlage ist das KfW-Programm 458. Bei einer alten Gasheizung (≥ 20 Jahre) sind für Selbstnutzer 50 – 70 % Zuschuss realistisch, maximal 21.000 Euro im Einfamilienhaus.

Beispielrechnung vor und nach Förderung

PositionBetrag
Wärmepumpe komplett34.000 €
Grundförderung 30 %–9.000 €
Klimageschwindigkeitsbonus 20 % (Gas > 20 J.)–6.000 €
Effizienzbonus 5 % (R290)–1.500 €
Eigenanteil17.500 €

Annahme: förderfähige Kosten 30.000 € (Deckel), Selbstnutzer, Fördersatz 55 %.

Gasanschluss, Gaszähler, Schornstein

  • Gasanschluss stilllegen: beim Netzbetreiber beantragen, 300 – 800 €, spart 150 – 250 € Grundgebühr pro Jahr.
  • Gaszähler: wird bei Stilllegung ausgebaut, keine zusätzlichen Kosten.
  • Schornstein: Außerbetriebnahme durch Schornsteinfeger (50 – 150 €). Rückbau optional, oft nicht wirtschaftlich, solange keine Wanddurchbrüche stören.

Heizkörper, Warmwasserspeicher, Elektroanschluss

  • Heizkörper: Prüfung mit Vorlauftemperatur-Test. Meist bleiben 80 – 100 % der Heizkörper, kritisch sind schmale Bad- und Konvektor-Heizkörper.
  • Warmwasser: Ein Wärmepumpen-optimierter Speicher mit größerer Wärmetauscherfläche ist Standard. Alternative: Frischwasserstation für höheren Hygienestandard.
  • Elektro: Ein separater Wärmestromzähler und ein 3-poliger Absicherung sind meist Pflicht. Bei alten Zählerschränken kommt eine Ertüchtigung (800 – 2.500 €) hinzu.

Jährliche Kosten: Gas vs. Wärmepumpe

PositionGas-BrennwertWärmepumpe
Energiebedarf (15.000 kWh Wärme)16.500 kWh Gas4.300 kWh Strom
Energiekosten (12 ct Gas / 26 ct Wärmestrom)1.980 €1.120 €
CO2-Preis (2026 ff., Pfad BEHG)ca. 320 €0 €
Zähler / Grundgebühr200 €150 €
Wartung200 €220 €
Summe pro Jahrca. 2.700 €ca. 1.490 €

Vollständige Umrüstung oder Hybridlösung?

Gas behaltenHybridlösungVollständig Wärmepumpe
Investition0 €17.000 – 29.000 €28.000 – 42.000 €
KfW-FörderungAnteilig, nur WP-Teil30 – 70 %
Betriebskosten p. a.2.700 €ca. 2.100 €ca. 1.500 €
GEG-Konformität ab 2028/2045NeinÜbergangsweiseJa
EmpfehlungNur wenn Verkauf < 5 J.Sehr unsaniert, ÜbergangStandardfall

Typische Fehler bei Angeboten

  • Wärmepumpe zu groß dimensioniert (führt zu Taktbetrieb, hohem Stromverbrauch).
  • Keine Heizlastberechnung, sondern Faustformel „30 W/m²“.
  • Hydraulischer Abgleich Verfahren A statt B (KfW-untauglich).
  • Fehlende Elektroertüchtigung im Angebot, Nachforderung nach Auftrag.
  • Vertragsunterzeichnung vor KfW-Antrag ohne aufschiebende Bedingung – Förderung verloren.
  • Warmwasserspeicher unterdimensioniert, Nachheizstab läuft ständig.

Häufige Fragen

Was kostet die Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe?
Typischerweise 28.000 bis 42.000 Euro brutto. Nach KfW-Förderung bleibt ein Eigenanteil von 12.000 bis 25.000 Euro, je nach Boni und Gebäude.
Lohnt sich der Wechsel bei einer neuen Gasheizung?
Selten kurzfristig, aber wenn CO2-Preis, GEG und mögliche Gasnetz-Rückbaupläne einbezogen werden, kann sich der Wechsel schon nach 8–12 Jahren rechnen. Bei Gasheizungen älter als 15 Jahre lohnt es fast immer.
Was passiert mit dem Gasanschluss?
Sie können ihn stilllegen (einmalig 300–800 Euro) und die Grundgebühr sparen (150–250 Euro pro Jahr). Bei einer Hybridlösung bleibt der Anschluss bestehen.
Muss der Schornstein zurückgebaut werden?
Nein. Wird er nicht mehr genutzt, reicht die Außerbetriebnahme durch den Schornsteinfeger. Ein Rückbau ist optional und kostet 800–2.500 Euro.
Kann ich die Heizkörper behalten?
In den meisten Fällen ja. Ausreichend große Plattenheizkörper (Typ 22/33) funktionieren mit Vorlauftemperaturen um 50 °C. Einzelne kleine Heizkörper werden bei Bedarf getauscht.
Was ist mit dem Warmwasserspeicher?
Ein neuer Trinkwasserspeicher mit größerer Wärmetauscherfläche ist meist Teil der Anlage. Kosten: 1.200–2.500 Euro, in Angeboten enthalten.
Wie lange dauert die Umrüstung?
Von der Beauftragung bis zur Inbetriebnahme vergehen typischerweise 3–5 Monate. Die eigentliche Bauzeit im Haus liegt bei 3–7 Arbeitstagen.
Was ist eine Hybridheizung?
Wärmepumpe und Gas-Brennwertgerät arbeiten zusammen: die Wärmepumpe deckt den Grundbedarf, das Gasgerät springt bei sehr niedrigen Temperaturen ein. Sinnvoll in schlecht sanierten Altbauten als Übergangslösung.

Quellen und Stand

  • KfW-Programm 458 (BEG-EM), Merkblatt Stand Juli 2026
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG), Fassung 2024, Übergangsregelungen bis 2045
  • BDEW Strompreisanalyse und Wärmestromtarife 2026
  • Fraunhofer ISE, Wärmepumpen im Bestand

Aktualisiert: Juli 2026. Alle Angaben sind Richtwerte; verbindliche Kosten liefert nur ein Vor-Ort-Angebot.

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